Von Zahnstochern zu lebensgroßen Weihnachtsmännern ist es ein langer Weg, der etwa 40 Jahre dauert. Das zeigt der Hallbergmooser Familienbetrieb Non-Food-Vertrieb Schirsch. Als Spezialist für Weihnachtsdekoration ist das Unternehmen ein Paradebeispiel für die erfolgreiche Anpassung an sich wandelnde Marktbedingungen. Aktuell können Kunden freitags (9 bis 18 Uhr) und samstags (9 bis 13 Uhr) in der Ludwigstraße 48 im Munich Airport Business Park im Lagerverkauf das Hallbergmooser Weihnachtswunder erleben. Wir haben Geschäftsführer und Inhaber Christian Schirsch gefragt, wie man mit Kreativität und Flexibilität die Herausforderungen der Zeit meistert – und dabei jede Menge Spaß hat.
Von bescheidenen Anfängen zum Weihnachtsspezialisten
Die Geschichte von Non-Food-Vertrieb Schirsch beginnt 1962 in München. Damals hat Richard Schirsch, Vater des heutigen Geschäftsführers Christian Schirsch, das Unternehmen gegründet. Zunächst hat Schirsch Partypicker und Zahnstocher an Bäckereien und Metzgereien verkauft. Im Laufe der Zeit hat sich das Geschäft auf die Belieferung von Non-Food-Abteilungen in EDEKA- und REWE-Märkten erweitert. „Wir kommen ursprünglich aus dem Non-Food-Bereich“, erklärt Christian Schirsch. „Heute bestücken Supermärkte diese Regale meistens selbst. Um nicht aus dem Geschäft gedrängt zu werden, haben wir uns kontinuierlich weiterentwickelt.“

Anpassungsfähigkeit als Schlüssel zum Erfolg
Die Geschichte von Schirsch ist geprägt von der Fähigkeit, sich an veränderte Marktbedingungen anzupassen. 1972 musste das Unternehmen aufgrund städtischer Umstrukturierungen aus München wegziehen. „Damals haben viele Händler in der Stadt bestehende Tiefgaragen als Lager genutzt. Mit der anstehenden Olympiade wollte die Stadt München die Straßen aber so clean wie möglich halten und die Autos aus dem Straßenbild verbannen. Wie mein Vater auch, mussten viele ihre provisorischen Lager aufgeben“, erinnert sich Schirsch. Gesagt, getan: Nach einem Jahr Suche fand der Vater ein neues Zuhause in Hallbergmoos. „Mein Vater hat über mehrere Ecken von einem Bauvorhaben in Hallbergmoos erfahren“, sagt Schirsch. „Er hatte eine klare Vision: eine Wohnung, ein Büro und den ganzen Keller als Lager.“
Seitdem wuchs das Unternehmen stetig. 1982 bezog man das erste richtige Lager mit 500 Quadratmeter Fläche in Goldach. Heute verfügt Non-Food-Vertrieb Schirsch über knapp 3.000 Quadratmeter Lager, wovon 500 Quadratmeter dem berühmten „Weihnachtswunderland“ gewidmet sind.

Spezialisierung auf Weihnachten und saisonale Aktionen
Im Laufe der Jahre hat sich Non-Food-Vertrieb Schirsch immer mehr auf das Weihnachtsgeschäft spezialisiert. „Wir haben festgestellt, dass der meiste Umsatz im Dekogeschäft an Weihnachten geschieht, weil jeder in dieser Zeit dekoriert – selbst Weihnachtsmuffel“, erklärt Schirsch. Heute beliefert das Unternehmen 300 EDEKA- und REWE-Märkte in ganz Bayern mit Deko und Spielwaren rund um Ostern, Weihnachten, Halloween und andere festliche Aktivitäten wie die Fußball-Weltmeisterschaft. Der Fokus liegt dabei klar auf Weihnachten, einschließlich Wintertextilien.
Das Weihnachtswunderland: Ein Magnet für Kunden aus ganz Bayern
Ein besonderes Highlight ist das „Weihnachtswunderland“, ein Lagerverkauf, der ab Beginn der Schulzeit, von Mitte September bis Weihnachten, geöffnet ist. „Dank meiner Frau Stephanie, die unser Weihnachtswunderland aufgebaut hat und leitet, haben wir uns einen Namen gemacht. Unsere Kundschaft stammt aus ganz Deutschland, der Schweiz, Österreich und anderen Ländern“, berichtet Schirsch stolz. „Bei uns finden sie Weihnachtsartikel für 50 Cent, aber auch lebensgroße Nussknacker und Weihnachtsmänner für 1.000 Euro und mehr.“



Der Schlüssel zum Erfolg: Maximale Flexibilität
Die Corona-Pandemie stellte auch für Schirsch eine Herausforderung dar. Doch das Unternehmen bewies erneut seine Anpassungsfähigkeit. „Wir sind dafür bekannt, dass wir Trends mitmachen“, sagt Schirsch. „Wir sind voll ins Maskengeschäft eingestiegen und haben Masken mit eigenen bayerischen Sprüchen produziert und in Notzeiten auch verteilt.“
Gespannt und optimistisch blickt Schirsch in die Zukunft: „Ich habe keine Ahnung, was wir in fünf Jahren verkaufen werden“, gibt er zu. „Früher haben Trends mindestens ein halbes Jahr gedauert. In Zeiten von Social Media sind Trends schon vorbei, bis die ersten Schiffe mit der Trendware eintreffen.“
Als Unsicherheit betrachtet Schirsch das jedoch nicht: „Die Wandelbarkeit bereitet mir den meisten Spaß. Ich habe keine Lust, immer dasselbe zu machen. Lieber finde ich die Produkte und Themen, die noch keiner besitzt und bringe sie groß raus.“
Verwurzelt in Hallbergmoos
Trotz des Erfolgs bleibt Non-Food-Vertrieb Schirsch tief in Hallbergmoos verwurzelt. „Wir haben zwar 12.000 Einwohner, sind im Herzen aber Dorf geblieben“, sagt Schirsch. „Gewerbetreibende helfen sich hier untereinander und die Gemeinde tut alles, um uns zu unterstützen.“ Vor 10 Jahren hat das Unternehmen mit dem Bau der eigenen Firmenzentrale in Hallbergmoos sich klar zum Standort bekannt.
Und der Munich Airport Business Park in Hallbergmoos ist dadurch ein Stück bunter geworden. Die Mischung aus Tradition, Innovation und lokalem Engagement von Non-Food-Vertrieb Schirsch ein Paradebeispiel für die wirtschaftliche Vielfalt und Dynamik von Hallbergmoos.

Bildmaterial (c) Non-Food-Vertrieb Schirsch